Projekt

IGA-Workcamps „Grüne Berufe“ – Modell­projekt zur Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) und Berufs- und Studienorientierung im landwirtschaftlichen Berufsfeld.

Die Umsetzung einer klima- und ressourcenschonenden Wirtschaftsweise erfordert neue Produktionsprozesse und Arbeitsabläufe, neues „altes“ Wissen und Kompetenzen. Die Berufsbilder verändern sich mit den neuen Anforderungen. Hieraus erwachsen neue Herausforderungen und Aufgaben für die Berufsbildung, die Umweltbildung, die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bzw. die Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) sowie für das lebenslange Lernen.

Das Modellprojekt IGA-Workcamps „Grüne Berufe“ nutzt die Internationale Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 mit ihren rund 2,4 Millionen erwarteten Besucher/innen als Plattform für eine Berufsbildungsoffensive für nachhaltige Entwicklung (BBNE) und zur Berufs- und Studienorientierung im landwirtschaftlichen Berufsfeld.

Im Zeitraum von März 2017 bis September 2018 findet auf dem Gelände des IGA-Campus ein umfangreiches Programm verschiedener Workcamps für Jugendliche im Alter zwischen 15 und 25 Jahren statt. Zu den Zielgruppen zählen Schüler/innen, Auszubildende, Arbeitslose, Studierende und Geflüchtete.
Den Teilnehmer/innen der Workcamps werden praxisbezogene Einblicke in Berufsbilder und spezifische Arbeitsprozesse „Grüner Berufe“ geboten. Durch die Vermittlung theoretischer Grundlagen und durch praktische Anleitung wird die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen umweltverträglichen, klima- und ressourcenschonenden Handelns angelegt.

Neue Lern- und Lehrformen für BBNE .

Im Sinne von „Peer Learning“ erarbeitet eine studentische Projektgruppe die didaktischen Konzepte und übernimmt Verantwortung bei der Vorbereitung, praktischen Durchführung und Nachbereitung der Workcamps. Durch das Projektstudium eröffnen sich neue Formen und Herausforderungen des universitären Lernens, Lehrens und Forschens. Insbesondere die praktische Erprobung neuer Lern- und Lehrformen in Zusammenhang mit BBNE und lebenslangem Lernen sowie deren lern- und bildungswissenschaftliche Erforschung stehen dabei im Mittelpunkt. Darüber hinaus lässt sich „Wissen über Lebendiges“ am besten am Lebendigen selbst erarbeiten. Vor diesem Hintergrund entwickeln und erproben wir „lebendige Lernmittel“.

Breite Vernetzung in der
Agrar- und Umweltbildung

Das Modellprojekt IGA-Workcamps „Grüne Berufe“ ist durch die Internationale Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 sowie durch zahlreiche interuniversitäre Entwicklungs- und Forschungsprojekte bundesweit und international im europäischen und außereuropäischen Raum vernetzt.

Das universitäre Modellprojekt IGA-Workcamps „Grüne Berufe“ ist als Schnittstelle zwischen
• Entwicklung
• Lehre und
• Forschung
konzipiert und steht damit in der Tradition des Humboldt‘schen Bildungsideals.

Die landwirtschaftlichen Berufe heute.

Das zielgerichtete koevolutionäre Zusammenwirken lebendiger und technischer Produktionsprozesse kann als Wesenskern der land-, forst- und gartenbauwirtschaftlichen Produktion verstanden werden. Heute – in Zeiten von Landwirtschaft 4.0 – droht dieser wechselseitige Zusammenhang durch technische Prozesse fast bis zur Unkenntlichkeit überlagert zu werden.

Im Fokus der modernen Agrarbildung steht vornehmlich die technische Seite der Land-, Forst- und Gartenbauwirtschaft. Die elementare Bedeutung des Lebendigen und das Spannungsverhältnis zur Technik findet dagegen wenig Aufmerksamkeit und wird nur selten reflektiert.

Mit unseren Workcamps tragen wir dazu bei, die Bedeutung des Lebendigen für die traditionellen „Grünen Berufe“ wieder zu entdecken, um dadurch neue Zugänge und Ansätze für die Agrar- und Umweltbildung zu entwickeln, umzusetzen und in die aktuelle Debatte um Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) einzubringen.

Das Modellprojekt IGA-Workcamps „Grüne Berufe“ wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf – BBNE” durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.